Man nimmt heute mehr und mehr an, dass die Zwerghunde vom Typ des Chihuahua im Mittelmeerraum, höchstwahrscheinlich auf Malta entstanden sind und erst später auf ungeklärte Weise auf den amerikanischen Kontinent kamen, wo sie sich Dank des günstigen Klimas gut halten und vermehren konnten. Für die Malta-Theorie spricht außerdem die Winzigkeit und Abgeschiedenheit der Insel. Schon aus Platzgründen war man bestrebt, möglichst kleine Haustiere zu halten, und unter diesen Bedingungen war auch eine Reinzucht gesichert, was die Erhaltung des Typs bis in unsere Zeit erklären würde. 

Fest steht jedoch, dass in ganz früher Zeit nur kurzhaarige Hunde erwähnt sind. Daraus beweist sich ganz eindeutig, dass der Langhaar - Chihuahua erst in unserem Jahrhundert durch Einkreuzung von anderen Rassen in Amerika herausgezüchtet wurde. 

Um ca. 1850 wurden von Touristen im Staate Mexiko kleine Hunde gesehen, die von Indianern gehalten wurden. Bald wurde es Mode, den Indianern diese "mexikanischen Hunde" abzukaufen und als Souvenir nach Nordamerika zu importieren. Im amerikanischen Zuchtbuch wird erstmalig 1904 ein Chihuahua registriert. 1923 wurde ein erster Standard verfasst. 

In England tauchten die ersten Chihuahuas ab 1900 auf, sie waren alle aus Amerika importiert, genauso wie die ersten Chihuahuas, die 1956 in Deutschland registriert wurden. 

Der Chihuahua hat sich in den letzten Jahren Dank seiner Robustheit, seiner geringen Größe und seines unvergleichlichen Charakters zu einer sehr beliebten Zwerghundrasse entwickelt, die immer mehr Anhänger findet. 

Wesen:

 

Der Chihuahua ist ein intelligenter, lebhafter und kesser Zwerg, der sich vor nichts fürchtet, was man besonders bei Begegnungen mit fremden, großen Hunden berücksichtigen muss. Er ist sehr robust und wenig krankheitsanfällig, und er kann sehr alt werden. Chihuahuas, die 17 Jahre und älter werden sind keine Seltenheit. Dies gilt allerdings in der Regel nicht für extrem kleine Exemplare. Chihuahuas mit einem Endgewicht von 1.000 g oder weniger werden mit zunehmender Kleinheit anfälliger, und die Lebenserwartung nimmt ab. Man sollte daher eine gezielte Zucht auf Zwergwuchs nicht fördern. Das ideale Gewicht eines unkomplizierten Chihuahuas liegt zwischen 1.500 und 2.500 g. In dieser Größe sind sie unverwüstlich und laufen auch sehr gerne große Strecken mühelos. Man sollte auch nicht darauf verfallen, einen Chihuahua zu verzärteln. Er lässt sich zwar gerne verwöhnen, aber eigentlich möchte er ein "richtiger Hund" sein. Wegen seiner Größe kann er überall mitgenommen werden, so daß er seinem Herrn ein ständiger, treuer Begleiter sein kann, der sich dank seiner Cleverness leicht erziehen lässt. Charakterunterschiede gibt es zwischen den beiden Haarvarianten: Der Kurzhaar ist der ursprünglichere, er braucht eine etwas festere Hand, sonst wird er leicht zum Beherrscher seines Herrn. Er kann manchmal stur und schwer zu überzeugen sein und neigt teilweise etwas zur Streitsüchtigkeit. Der Langhaar ist der sanftere, eher bereit nachzugeben und für den unerfahrenen Hundehalter in der Anfangserziehung daher der einfachere. 

Kreuzungen beider Varietäten sind erlaubt und sogar sinnvoll, da der Langhaar - Chihuahua bei Reinzucht über viele Generationen an Typ verlieren würde. Es stimmt übrigens nicht, daß Exemplare aus Lang-/Kurzhaar-Kreuzungen kürzeres Haar haben (Stockhaar), sie haben ganz im Gegenteil oft längeres, aber immer dichteres und in der Textur kräftigeres Haar als reine Langhaar - Chihuahuas.

Merkmale:

Kurzhaarig: 

mit gleichmäßig über den Körper verteiltem, dichtem kurzem Haar, das im Nacken und an der Rute etwas länger sein darf; 

Langhaarig: 

außer an Fang, Kopf und Vorderseite der Läufe ist das Haar lang, es bildet besonders an der Brust, den Ohren, den Rückseiten der Läufe und an der Rute eine dichte lange Krause, Hosen und Fahne. 
Schwache Behaarung auf der Rückseite der Ohren wird toleriert, haarlose Stellen am Körper sind nicht erlaubt. 

 

Der Chihuahua hat einen Apfelkopf und einen ausgeprägten Stop mit kurzem, manchmal etwas zugespitztem Fang. Typisch sind die großen, im Winkel von 45° abstehenden Ohren. Der trotz seiner Kleinheit kompakte Körper ist etwas länger als hoch und steht auf nicht zu feinen, gut bemuskelten und geraden Läufen. Die mäßig lange Rute trägt der Chihuahua über den Rücken gebogen. Der Standard erlaubt alle Farben: von rein weiß über weißlich mit cremefarbenen Abzeichen, Tricolor (dreifarbig) und andere bis hin zu rein schwarz